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300 Jahre freiberuflicher Feldmesser

Im 21. Jahrhunderts dürfen wir zurückschauen auf die dreihundertjährige Geschichte der freiberuflichen Landmesser. Ein Rückblick auf die Geschichte und der rechtlichen Entwicklung des Öffentlich bestellten Vermessungsingenieurs von Dorothea Hesse aus dem Jahr 2001.

Über drei Jahrhunderte hinweg haben namhafte Vertreter unseres Berufsstandes nicht nur für ihre Rechte, für Anerkennung und Organisation, sondern mitunter auch um ihre Existenz gekämpft. Trotz aller Schwierigkeiten und Unwegsamkeiten, die sie auf diesem langen Weg beseitigen und überwinden mussten, haben sie uns Schritt für Schritt den Weg geebnet und uns dorthin geführt, wo wir heute stehen: als fachkompetenter und zuverlässiger Berater in Grundstücks- und Vermessungsfragen an Ihrer Seite.

Geometer

Die ersten überlieferten Landmesserinstruktionen und die preußischen Feldmesserreglements stammen aus dem Jahre 1702 und enthielten u.a. die Aufgabenfelder der Feldmesser, Bestimmungen zu Ausbildung, Prüfung, Arbeitsethik, Messungsmethoden, Kosten und Gebühren. Durch die zentrale Stellung des Militärs in Preußen waren die Feldmesser in der Mehrzahl verabschiedete Offiziere, die Übung im Umgang mit Karten hatten und ihre Hauptaufgabe bestand darin, Grenzen von Kirchenländereien und Fürsten- tümern festzustellen sowie topographische Karten herzustellen.

Im Laufe der Jahre und bedingt durch die zunehmende Industrialisierung zu Beginn des 19. Jahrhunderts wuchsen die Anforderungen an die Vermessung und die Tätigkeiten der Feldmesser weiteten sich u. a. auf den Verkehrswegebau, den Kanalbau und den Eisenbahnbau aus. All dies erforderte eine bessere Organisation und eine qualifiziertere Ausbildung für den Beruf, und nach Gründung des Deutschen Reiches 1871 kam es zur Gründung des "Deutschen Geometervereins". Dieser setzte sich jedoch überwiegend für die Belange des staatlichen Vermessungswesens und vernachlässigte die Freiberufler und schnell wurde der Ruf nach einer Vertretung der nicht beamteten Landmesser laut:" Wir müssen einen eigenen Verein gründen. Wir sind im Reich, in Preußen auf uns gestellt".

Nach Vorarbeit von Professor Koll, der 1896 den ersten Entwurf einer Berufsordnung im heutigen Sinne erarbeitet, wurde 1898 in Berlin der "Verein selbständiger in Preußen vereideter Landmesser" (VsvL) gegründet. Der erste Optimismus der Mitglieder wurde jedoch schnell gebremst, in den folgenden 15 Jahren wurde jede Bemühung, die Lage des VsvL zu verbessern, vom preußischen Landtag und den zuständigen Ministerien ignoriert und abgelehnt. Trotz aller Schwierigkeiten und mangelnder Erfolge gab der Verband nicht auf und erst der Erste Weltkrieg konnte den Diskussionen vorübergehend ein Ende bereiten.

Mit der Gründung der Weimarer Republik im Jahre 1918 wurde auch der Ruf nach einer Einheitlichkeit des Vermessungswesens wieder laut, der 1921 dafür eingerichtete Beirat bewirkte jedoch beinahe den Untergang des freiberuflichen Vermessungswesens indem er empfahl, es zu verstaatlichen.

Erst 1933 ging es mit dem freiberuflichen Feldmessern wieder bergauf, Geheimrat Pfitzer wurde ins Reichsinnenministerium berufen und übernahm innerhalb kürzester Zeit die Leitung des gesamten deutschen Vermessungswesens. Er erkannte die Bedeutung des freiberuflichen Vermessungswesens und würdigte seine Leistungen in der Vergangenheit, legendär ist seine Aussage vor dem DVW in Wien im Jahre 1939: "Dieser Beruf war eher da als Katasterämter, Messungsämter, Landesaufnahmen, Kulturämter, Eisenbahnvermessungsämter usw.". Ihm ist es auch zu verdanken, dass 1938, nach jahrzehntelangen Bemühungen des VsvL, endlich die Berufsordnung für den Beruf des Öffentlich bestellten Vermessungsingenieurs abgefasst wurde. Sie rechnete den ÖbVI endlich den Freien Berufen zu und wies ihm seine klassischen Tätigkeitsfelder zu, nämlich die Mitwirkung an den Grundaufgaben der Reichs- und Landes- vermessung und die Beurkundung von Tatbeständen an Grund und Boden. Die Entwicklung des Berufsverbandes ist zu dem Zeitpunkt nicht mehr nachzuvollziehen, bedingt durch die politische Situation wird er zunächst in verschiedene Reichsgemeinschaften überführt und verschwindet irgendwann ganz.

1949, wenige Jahre nach Ende des 2. Weltkrieges und noch inmitten des Wiederaufbaus, wird in Düsseldorf der "Bund der Öffentlich bestellten Vermessungsingenieure" (BDVI) gegründet. Bei seiner Gründung bestand der Verband aus ca. 230 Mitgliedern, mittlerweile hat sich diese Zahl auf ca. 1300 Mitglieder mehr als verfünffacht. Der BDVI macht es sich zur Aufgabe, den Berufstand gegenüber den Behörden und sonstigen Körperschaften in beruflicher Hinsicht zu vertreten und die allgemeinen Belange der Berufsangehörigen zu fördern und zu wahren. Per Grundgesetz länderspezifisch organisiert, konnte sich der Freie Beruf in den fünfziger Jahren endlich frei entfalten, in Niedersachsen etwa wurde der ÖbVI Träger eines Öffentlichen Amtes und ist somit als verlängerter Arm des Staates tätig. Ein Jahr später und 250 Jahre nach Erlass des ersten preußischen Feldmesserreglements schließt der BDVI mit der DAG eine Tarifvertrag ab, der erste Tarifvertrag, den ein Freiberufler-Verband überhaupt abgeschlossen hat. Dieser Tarifvertrag legte schon 1951 fest, was erst Jahre später per Gericht festgelegt wurde: die Gleichstellung von Frauen und Männern im Arbeitsleben.

Der BDVI hat in seiner fünfzigjährigen Geschichte viele Erfolge verbuchen können, doch das Potenzial, das in den ÖbVI steckt, ist noch lange nicht ausgeschöpft, und deshalb wird der Verband auch in Zukunft darum ringen, mehr Anteile am öffentlichen Vermessungspaket übertragen zu bekommen, d.h. Subsidiarität durch Aufbau des Mittelstandes und Deregulierung durch Verlagerung von Tätigkeiten und Verantwortung auf den Freien Beruf.

Doch nicht nur für unsere Rechte und Belange haben wir ÖbVI seit vielen Jahren gekämpft und an ihnen gearbeitet sondern sind auch für Sie in den vergangenen Jahren immer aktiv gewesen und haben unsere Tätigkeitsfelder kontinuierlich erweitert. Denn wir wollen, dass Ihr Projekt zum Erfolg wird!

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